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#trikotgate: Image-Riss oder Strategie?

#trikotgate

#trikotgate: Image-Riss oder Strategie?

Markus Walter

Markus Walter

Markus Walter ist PR-Berater, Speaker und Infotainer. Er inspiriert Unternehmer und Privatpersonen in Webinaren, auf Seminaren und in Vorträgen sowie auf www.erfolgsbuffet.de. Markus Motto: "Erfolgreiche und glückliche Menschen wandeln ihr Wissen in Weisheit."
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Beim EM-Spiel Schweiz gegen Frankreich am vergangenen Sonntag sorgten die zerrissenen Trikots der Schweizer Spieler für Spott und Gelächter im Netz. Was aber, wenn das vermeintliche #trikotgate eine geschickte Inszenierung des Schweizer Teams war?

Denn: Egal, was der Trikothersteller Puma als Stellungnahme schreibt – es ist die Wahrheit. Es sei denn, sie ist es nicht 😉

#trikotgate: sieben Trikots auf einen Streich!

Ich habe mir hier die PR-Brille aufgesetzt und lade Dich ein: Geh einmal mit mir folgendes Gedankenspiel durch:

Kurz zur Erinnerung: Insgesamt sieben Trikots gingen in dem denkwürdigen Spiel kaputt! Nur mal angenommen, die Trikots für die EM (oder vielleicht auch nur für spezielle Spiele) wurden bewusst aus einem leicht zerreißbaren Material hergestellt.

Dass der Anblick von zerrissenen Trikots nach Zweikämpfen zwischen den Spielern zu bestimmten Reaktionen führen würde, war im Vorfeld ohne Zweifel abzusehen:

  • Die Zuschauer und Fans werden bei augenscheinlich rabiaten Zweikämpfen, die zu zerfetzten Trikots führen, unruhig. Sie fangen an zu pfeifen oder zu buhen – und zwar gegen die „kampflustigen“ französischen Spieler.
  • Die französischen Spieler sind irritiert – durch die zerstörten Trikots zum einen, zum anderen aber auch durch die Reaktion der Fans. Nicht zuletzt werden sie bewusst oder unbewusst reagieren: „Ich darf die Schweizer nicht mehr so hart attackieren, das war vielleicht jetzt ein bisschen zu viel – und dann sehe ich die gelbe oder rote Karte!“
  • Und dann wirkt es natürlich auch auf den Schiedsrichter: Der sieht nämlich das Ergebnis des Zweikampfes: Da werden Spieler so hart rangenommen, dass deren Trikot kaputt geht! Wer war dann wohl derjenige, der so ruppig unterwegs war? Richtig, die Franzosen.

Ich hatte zu keinem Zeitpunkt den Eindruck, dass ein Spieler der schweizerischen Mannschaft überrascht war, als sein Hemd zerriss. Schaut euch hierzu einfach mal die Bilder vom Spiel an!

Vielmehr zeigten sich die jeweiligen Spieler sehr souverän und gelassen. Sie präsentierten routiniert vor den Kameras und dem Schiedrichter ihr zerstörtes Trikot. Aber: Ohne allzu viel Emotion dabei zu zeigen! Und sie wechselten dann auch ganz entspannt das zerrissene Trikot gegen ein neues aus.

Viele Ersatztrikots bereitgestellt für geplantes #trikotgate

Und dann: Ist es nicht erstaunlich, wie viele Ersatz-Trikots am Spielfeldrand bereit gehalten wurden? Falls du Fußball spielst oder eine andere Sportart betreibst: Wie viele Ersatz-Trikots hast Du denn dann neben dem Spielfeld liegen…?

Selbst die Kommentare nach dem Spiel zu so genannten Trikot-Gate waren sehr entspannt: „Der Schweizer Torhüter Yann Sommer wertete die zerfetzten Trikots als Zeichen eines intensiven und kampfbetonten Spiels und sagte: ‚Es kann immer mal passieren, dass ein Trikot reißt. Heute war das vielleicht ein bisschen viel.’ Das schreibt die Presse. Klingt doch nicht nach Aufregung und Skandal, oder?

Diese Beobachtungen lassen mich zu folgender These kommen: Die Schweizer Spieler waren psychologisch darauf vorbereitet, was kommen würde!

#trikotgate zeigte Perfektion bei Schweizer Zustandsmanagement

 

Und während alle lachten, spotteten, sich wunderten, irritiert oder empört waren, war die „Nati“ die Ruhe selbst und völlig souverän. Eine Glanzleistung des Zustandsmanagements!

Warum, fragst Du Dich? Nun, ich denke, es war eines im Vorfeld klar. Die französische Mannschaft war eigentlich der Favorit und die stärkere und vor allem eine zweikampf-bereite Mannschaft. Dieses Team konnte man durch einen kleinen psychologischen Trick – vielleicht nur ein bisschen – aus dem Konzept bringen. Und durch zerstörte Trikots den Schiedsrichter auch ein klein wenig mehr „pro Schweiz“ einstimmen.

Die ganze Situation wirkte somit auf das Unterbewusstsein des Schiedsrichters! Das Unterbewusstsein steuert den Menschen auf der Basis von Erfahrungen und Erlebnissen. Relevante Kriterien für die Unterbewusstsein dabei sind Präsenz, Zeitnähe und Häufigkeit der gespeicherten Informationen.

  • War das Erlebnis „zerrissene Schweizer Trikots“ präsent? Ja!
  • War es zeitnah? Ja!
  • Und war es häufig? Wieder: Ja!

Dreimal Ja heißt in diesem Fall: Das zeigt Wirkung! Und das wiederum belegt für diese EM-Partie Schweiz gegen Frankreich erneut:

Es siegt immer der emotional Stärkere. Und das waren die Schweizer.

Zwar hat es am Ende des Spiels nur für ein 0:0 gereicht. Aber: Frankreich hat den Sieg nicht davon tragen können. Und die Schweiz ist im Achtelfinale.

Jetzt stellt sich abschließend noch die Frage:

Hat das Image von Hersteller Puma nun einen Riss davon getragen?

Ich denke nein. Aus PR-Sicht kann man in der Regel fast immer sagen „Bad News are good news“. Schließlich spielte Puma bisher als Ausstatter bei Meisterschaften nur die dritte Geige nach Adidas und Nike. Aber nun, nach diesem legendären Spiel: Jetzt ist Puma in aller Munde und konnte noch kommunizieren, dass das verwendete Trikotmaterial die Energiezufuhr im Spiel unterstützt. Da kann man doch zwischendurch auch noch mal einen Trikottausch vornehmen.

Wie ist Deine Wahrnehmung vom #trikotgate? Schreibe es uns in den Kommentaren! Ich bin schon ganz gespannt.

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Comments

  • Juni 21, 2016

    Interessant & witzig zum gleichen Thema: Auf YouTube kann man einen Trikottest mit den Puma-Fantrikots sehen. Da hält der Stoff ganz schön viel aus und ist unkaputtbar: https://youtu.be/BMsGEtZwVUQ

  • Juni 21, 2016

    Ich habe mit Freude den #trikotgate gelesen. Die Kommentare waren zum Teil ja extrem witzig! Panem et circenses hiess es schon bei den Römern. Spiel, Spass und Spannung bewegen das Volk. Und einmal mehr heisst es: Wer hat’s erfunden? – Ja genau, die Schweizer! Wenn es ein strategischer Schachzug war… RESPEKT!!

    • Juni 22, 2016

      Lieber Roman, ich bin schon aufs nächste Spiel gespannt… ihr sensationellen Schweizer :-)

  • Juni 21, 2016

    Intelligente Sichtweise. Und sollte es so nicht gewesen sein, haben jetzt alle einen Super Tipp :-) LG, Wera

    • Juni 22, 2016

      Liebe Wera, jetzt wo Du es erwähnst 😐
      Hätte ich besser mal unseren Jogi angerufen und ihm den Tipp gegeben 😉

  • Juni 22, 2016

    Lieber Markus, danke Dir für Deinen Beitrag! Hat schon was an sich… :-)
    Und weisst Du wann die Schweizer wieder spielen? Am Samstag, 25.6.16 um 15.00 Uhr!!! Ich freue mich trotzdem riesieg auf den DOC! Bis am Samstag.
    Gruss René

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