Versteck Dich nicht vor Dir selbst!

by Britta Wisniewski
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Mensch – Person – Persönlichkeit

Was denkst Du, wenn Du hörst oder liest:“Er oder sie ist eine große Persönlichkeit?“ Imponiert Dir das? Macht das Eindruck? Stellst Du vielleicht fest, dass Du Dir wünscht, jemand würde so oder so ähnlich auch über Dich reden? Ich kann jetzt ja nur von mir ausgehen, aber große Persönlichkeiten haben mich mein Leben lang beeindruckt. Bis zu dem Tag, an dem ich Latein lernte. Und mir klar wurde, dass „persona“  – das Wort, von dem sich das Wort „Persönlichkeit“ schlussendlich ableitet, im lateinischen auch für das Wort „Maske“ steht. Mir stellte sich nämlich beinahe sofort die Frage:“Wie echt sind die Persönlichkeiten, die ich bewundere?“

Nicht jeder Mensch ist „echt“!

Eine Erfahrung, die wohl jeder schon einmal in seinem Leben gemacht hat! Du lernst jemanden kennen und irgendetwas „stimmt nicht“. Der Mensch mag nett sein, hilfsbereit, immer zur Stelle, freundlich, zuverlässig und was auch immer. Aber die gesamte Zeit, die Du mit ihm verbringst, hast Du das Gefühl, das Du nicht das ganze Bild siehst. Kennst Du das auch? Ich gestehe – ich war diesbezüglich Meisterin der Schizophrenie.

Einerseits war ich oft die erste, die den Spruch brachte, das jemand „nicht echt“ sei – andererseits fiel ich im Laufe meines Lebens immer wieder auf Menschen rein, die sich im Rückblick als falsch, berechnend, hinterrücks oder verlogen darstellten.

Aber woran lag das? War ich in meinen Augen doch der Ausbund an Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit, Disziplin und Durchhaltevermögen und tat ich doch alles, damit es den Menschen in meinem Umfeld gut ging. Wurd letzten Endes allerdings häufig ausgenutzt und durfte mehr als einmal im Rückblick feststellen, dass die einzige, die auf der Strecke geblieben war und deren Bemühen auf kompletter Linie nicht gefruchtet hatte, ich gewesen war.

Ein Mensch kam in mein Leben, brachte sein Leben mit und wenn er wieder ging, hatte ich entweder seine Schulden oder seine Probleme behalten. Manchmal sogar beides.

Wenn sich Dein Weltbild ändert

Kann das manchmal ganz schön schmerzhaft sein! Und so war es auch bei mir. Die ersten Hinweise bekam ich schon recht früh, aber ich schaffte es lange Jahre, erfolgreich zu übersehen, was mich schlussendlich Jahrzehnte meines Lebens kosten sollte! Mein Blick war immer auf andere gerichtet und ich vermied es erfolgreich, mich einmal mit mir auseinanderzusetzen. So erfolgreich, dass ich es sogar schaffte, Entscheidungen zu treffen – oder es so tun zu lassen, als täte ich das, denn in Wirklichkeit setzte ich immer die Entscheidungen anderer um.

Und das schon weit vor dem Tag, der mich schlussendlich 26 Jahre meines Lebens kosten sollte. Nach außen hin war ich es, die ihre Lehrprüfung nach vier Jahren unterdurchschnittlicher Leistung mit einem überdurchschnittlichen Ergebnis abschloss – mein Motiv war aber nicht etwa eigener Ehrgeiz gewesen sondern der externe Antrieb, einem anderen Menschen zu zeigen, dass ich es kann, obwohl er anderer Meinung war.

Ich suchte mir meine erste eigene Wohnung, finanzierte sie und den Umzug und zog um. Keinesfalls, weil ich das so wollte, sondern weil mir jemand angekündigt hatte, dass er dafür sorgen würde, dass ich es müsste – und ich kam ihm zuvor. Und so oder so ähnlich ging es mein gesamtes Leben lang weiter!

Sei doch mal stolz auf Dich!

Wann immer ich diesen Satz von irgendeinem Menschen hörte, löste er Unbehagen in mir aus. Unbehagen, das ich zu begründen versuchte. Und für das ich im Laufe der Jahre auch immer mehr und immer bessere Begründungen fand. Begründungen, die ich mir selbst glaubte, übrigens. Heute denke ich, ich war die einzige, die sie glaubte. Denn der einzige Grund, nicht stolz auf das zu sein, was ich tat, war der Grund oder waren die Gründe, aus denen ich es tat. Ich begann Beziehungen, weil ich nicht nein sagen konnte und beendete sie, weil es mir zu unbequem war, meinen Partner und seine Eigenschaften weiter in mein Leben integriert halten zu müssen. Das sich teilweise rasant änderte – denn wann immer ich Menschen kennen lernte, veränderten diese auf die eine oder andere Art mein Leben. Oder nahmen Einfluss darauf.

Inseln im Sturm

Heute erkenne ich, dass die wenigen, unveränderlichen Fakten in meinem Leben der eindeutige Hinweis auf das sind, wer und was ich wirklich bin. Ich habe immer geschrieben. Und damit mir das selbst nicht auffiel, habe ich meistens dann geschrieben, wenn ich gerade mal nicht damit beschäftigt war, mein Leben nach einem anderen Menschen auszurichten. Was dazu führte, dass ich häufig zwischen zwei Beziehungen oder zu Anfang oder Ende einer solchen extrem schöpferische Phasen hatte. Solange die Beziehung mein Leben bestimmte, war für meine Schriftstellerei kein Platz – ich war zu sehr damit beschäftigt, meinem Partner und dem daraus resultierenden restlichen Umfeld „nach dem Mund zu leben“. Außer ich hätte mein Tun so begründen können, dass sie es hätten akzeptieren MÜSSEN …

Meinem schriftstellerischen Talent war das egal! Wo andere Autoren über Schreibblockaden oder ähnliche Probleme klagten, setzte ich mich hin und wenn es an der Zeit war, flossen mir Geschichten aus der Feder. Genug, um einige Bücher zu füllen. Vorerst landeten sie allerdings zuerst handschriftlich in Ordnern und später elektronisch auf Festplatten. Dann schickte das Leben mich auf eine Reise, die mich sogar dazu brachte, selbst einen Buchverlag zu gründen. Mich also mit allem, was die Erstellung, die Produktion und den Vertrieb von Büchern anging, zu beschäftigen. Und gab mir nach zwei Jahren die Chance, diesen problemlos wieder abzugeben, denn was ich hatte lernen sollen, hatte ich gelernt. Außer meiner Lektion! Denn statt die Chance zu nutzen, relativ schadlos von dem eingeschlagenen Weg wieder runter zu kommen und all das Gelernte mit zu nehmen, krallten sich meine Disziplin und mein Durchhaltevermögen daran, um jeden Preis den Verlag behalten zu wollen.

Und genau das tat ich – weitere 5 Jahre lang. Gegen jeden Widerstand. Und gegen jede Vernunft. Und ließ mich sogar dafür feiern.

Auf einem neuen Weg

Vor ein paar Tagen habe ich zum ersten Mal selbst entschieden, mein Leben zu ändern. Nein, ich werde nicht von jetzt auf gleich meinen Job hinschmeißen, mich von der Arbeit am Pferd zurückziehen, meinen Freund verlassen oder meine Wohnung kündigen. Ich habe eher unspektakulär begonnen – und lasse mein schriftstellerisches Pseudonym sterben. „Jennifer de Bricassardt“ – die die letzten 5 Jahre meine Bücher und ihre Inhalte verwaltete, geht in Rente und macht dem Platz, das eigentlich schon seit Jahrzehnten sein Recht fordert.

Es ist an der Zeit für mich, dazu zu stehen, dass ich selbst meine Bücher schreibe. Dass ich selbst für ihren Inhalt und ihre Qualität verantwortlich bin und mich somit auch selbst mit der Kritik und dem Lob für sie auseinandersetzen muss.  In aller Stille wird eine Persönlichkeit zu Grabe getragen, die keine andere Berechtigung hatte, als mich vor mir selbst und meinem Können zu schützen, die mich daran hinderte, die Verantwortung für mein Leben und mein Schaffen zu übernehmen.

Ich habe den Schritt ins Licht gewagt und mein erstes „Buch“ – meine erste und wichtigste Geschichte unter meinem eigenen Namen veröffentlicht und durfte feststellen, dass die Welt sich weiter dreht.

Risiken und Nebenwirkungen

Wenn Du beginnst, Dich mit Persönlichkeitsentwicklung zu beschäftigen, kann es sein, dass sich dein Leben verändert! Wenn Du es erfolgreich tust, WIRD sich Dein Leben verändern. Wie diese Veränderung aussieht und wie weitreichend sie ist, hängt davon ab, wo du vorher gestanden hast und nicht zuletzt davon, wie viel und was Du zulässt. Ich durfte Menschen kennen lernen, die besuchten Seminare, weil sie lernen wollten, wie sie andere ändern. Und die Persönlichkeitsentwicklung als Humbug bezeichnen, weil sie es nicht lernen durften.

Und ich kann Dir versprechen: Die anderen WERDEN sich ändern. Aber eben erst, wenn DU Dich veränderst. Und das zum Teil so deutlich, dass Du es nicht mal mehr übersehen kannst! Und ähnlich wie bei der Geschichte mit der dreckigen Wäsche und dem dreckigen Fenster kannst und solltest Du hinterher die Frage stellen. „Ist die Wäsche des Nachbarn dreckig oder sind es Deine Fenster?“ Ich für meinen Teil bin derzeit am Fenster putzen und erkenne recht deutlich, dass es NICHT die Wäsche des Nachbarn ist oder war.

Auch Dein Weg beginnt mit dem ersten Schritt!

Und dieser Schritt könnte es sein, mich auf den nächsten Day of Change zu begleiten. Vielleicht auch, vorher mein Buch zu lesen und danach mit mir auf einen Day of Change zu gehen. Aber auf jeden Fall, auf einen Day of Change zu gehen! Egal, ob nach Köln, Nürnberg oder Mannheim! Egal, ob noch diesen oder vielleicht lieber nächsten Monat! Es ist nämlich nie zu spät dafür, anzufangen! Ganz egal, wo Du jetzt stehst!

Selbst, wenn Du sagst oder glaubst, Du bist reich genug, schön genug, glücklich genug oder was auch immer! Denn genau das gleiche habe ich auch behauptet! 26 Jahre lang! Und glaube es deswegen niemandem mehr. Auch Dir nicht! Und wenn Du mir jetzt unbedingt das Gegenteil beweisen willst – dann mach das! Und zwar beim nächsten Day of Change in Deiner Nähe! Aber bitte hinterher!

Ich freue mich darauf!

Pass auf dich auf!
Britta Wisniewski

 

 

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