Vom ersten bis zum letzten ersten Mal …

by Britta Wisniewski
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13.03.2019 – der 18. Geburtstag meiner großen Tochter …


Ich bin ein bisschen melancholisch heute. Und sinne darüber nach, was es eigentlich bedeutet, Mutter oder Vater zu sein. Und ich würde zumindest einen Teil dieser Gedanken gerne mit Euch teilen!

Es bedeutet, viele Dinge zum ersten Mal zu machen.

Zum ersten Mal schwanger sein – selbst die Väter, so sie es denn wollen, manchmal. Die erste Geburt. Zum ersten Mal stillen oder füttern, zum ersten Mal wickeln. Das Leben – also wirklich mit einem Kind leben ist eine Aneinanderreihung von ersten Malen. Für das Kind – und für uns als Eltern. Die ersten Zähne, das erste Wort und die ersten Krabbelversuche, aus denen schon bald die ersten Schritte werden.

Kaum ist der erste Geburtstag gefeiert, geht es auch schon zum ersten Mal in den Kindergarten und kaum ist das geschafft, ist der erste Schultag nicht mehr weit. Jedenfalls fühlt es sich so an, oder – hat es sich bei mir so angefühlt. Leben mit Kindern ist manchmal ein Leben im Zeitraffer. Ich stelle fest, dass ich mich leise frage, ob ein Kind weiß, dass es im Grunde jeden Tag Wunder vollbringt? Kein Mensch kann in einer Nacht knapp 10 Zentimeter wachsen?

Wer das behauptet, kennt meine Kinder nicht. Die konnten das – alle drei! Zwei dieser Kinder sind inzwischen groß genug, um mir auf den Kopf zu spucken, aber zum Glück gut genug erzogen, es nicht zu tun. Wobei das manchmal auch an ein Wunder grenzt – jedenfalls in den Augen einiger, wohlmeinender Menschen. Auf die möchte ich hier nicht näher eingehen, jedenfalls nicht heute. Denn heute feiert eines meiner Kinder seinen 18. Geburtstag.

Das wiederum macht mir klar, dass ein Leben mit Kindern auch ein Leben mit vielen „letzten Malen“ ist.

Das letzte Mal einschlafen mit dem geliebten Schnuller, das letzte Fläschchen oder das letzte Mal stillen. Ein letztes Mal im Tragetuch oder im Kinderwagen. Das letzte Mal Schlaflieder singen oder am Bett vorlesen. Gestern noch habe ich meiner Tochter die letzte Entschuldigung für die Schule geschrieben, seit heute darf sie diese Aufgabe selbst übernehmen. Selbst die Verantwortung tragen. Für ihr eigenes Leben. Und in meine Freude, sie bis zu diesen Tag begleitet zu haben, mischt sich auch ein bisschen Trauer. Es wird wohl nicht mehr lange dauern, bis sie das schützende Nest verlässt, und sich für ein neues erstes Mal aufmacht: Das erste Mal eine eigene Wohnung haben. Und mir damit ein neues erstes Mal beschert, denn ich werde zum ersten Mal eines meiner Kinder loslassen müssen. Damit es frei und ungehemmt in die Welt starten kann, die seine ist.

Nicht nur wenn Du Kinder hast, bedeutet leben, immer wieder etwas zum ersten und immer wieder etwas zum letzten Mal zu machen! Auch für die Menschen, die keine Kinder haben. Bei unserer Geburt atmen wir zum ersten, bei unserem Tod zum letzten Mal. Sind sie wichtig, diese ersten – und diese letzten Male? Ich glaube, wichtig ist, sie bewusst zu erleben! Etwas zum ersten Mal zu tun, ist oft mit Unbehagen, mit Unsicherheit verbunden. Etwas zum letzten Mal zu machen, hat oft etwas mit Loslassen, mit Trauer zu tun. Immer sind Gefühle im Spiel, Gefühle, die uns leiten – manchmal verleiten, manchmal ableiten von etwas, das wir tun oder tun wollen.

Leben zwischen dem ersten und dem letzten Mal …

Und ich finde, wir sollten alles daran setzen, dieses „Leben zwischen dem ersten und dem letzten Mal“ in vollen Zügen zu genießen! Wir sollten einfach mehr Mut dazu haben, Dinge zu tun, die uns gut tun, die uns Freude machen! Und vor allem sollten wir uns mehr an uns selbst, als an anderen Menschen orientieren! Denn wenn das jeder macht – wenn jeder vor seiner eigenen Türe kehrt, wenn jeder seinen eigenen Garten sauber hält, dann ist jeder Garten schön und es ist vor jeder Türe sauber, stimmts?

Lebe jeden Tag als wäre es Dein erster!

Gib dem Leben die Chance, dich jeden Tag neu zu überraschen! Es wird Dich manchmal fordern! Anfordern, herausfordern. Aber lass Dir gesagt sein: Dein Leben meint es immer gut mit Dir! Vom ersten bis zum letzten Mal!

In diesem Sinne – Passt auf Euch auf!

Herzlichst

Britta Wisniewski

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